Religion / Spiritualität

Was ist das eigentlich…dieser Islam?

Der Islam ist in aller Munde. Viele Jahre schon – im Guten wie im Schlechten. Die eine Seite verbindet mit dieser Religion Angst und Terrorismus, schürt Wut und Hass und sieht in ihr den Ursprung vieler Probleme, die wir in Deutschland haben. Die andere Seite versucht dem entgegen zu wirken, zeigt Toleranz und Offenheit, ist interessiert an den Bräuchen und Gewohnheiten, der arabischen Sprache, den Traditionen. Und dann gibt es viele Menschen, die sich irgendwo dazwischen befinden.

Worauf basiert der Glaube der Muslim*innen denn eigentlich?

Ich habe mich mit vielen Menschen unterhalten und habe versucht herauszufinden, wie bekannt das Fundament des Islam ist. Ich bin Religionswissenschaftlerin und auch wenn ich mich mit dieser Berufsbezeichnung bisher wenig identifiziere, habe ich den Islam sowohl im Bachelor als auch im Master studiert. Zuerst sehr theoretisch, später auch praktisch – ich habe Moscheen besucht, mit Muslim*innen der verschiedenen Strömungen des Islam gesprochen, habe festgestellt, dass es DEN Islam gar nicht gibt, dass die Auslegungen völlig unterschiedlich sein können und dass es schwierig ist, pauschale Aussagen zu treffen, was denn nun dieser Islam ist. Eines aber teilten alle Strömungen, die ich besuchte (Sunniten, Schiiten, Alawiten, Sufis, Ahmadis): Die 5 Säulen des Islam. Deshalb möchte ich euch diese in diesem Artikel vereinfacht zum ersten Kennenlernen einmal erklären.

Die fünf Säulen

  1. Das Glaubensbekenntnis
  2. Das Gebet
  3. Das Fasten
  4. Die soziale Pflichtabgabe
  5. Die Pilgerfahrt.

Das Glaubensbekenntnis

Das Glaubensbekenntnis bildet die Basis des muslimischen Glaubens die gelebt werden soll. Den Satz „La ilaha illa Allah wa Muhammad rasul Allah“, der soviel heißt wie „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“ öffentlich auszusprechen ist zum Beispiel ein Weg, Muslim*in zu werden. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass Mohammed nicht vergleichbar mit Jesus, dem Sohn Gottes im Christentum ist. Mohammed spielt zwar eine sehr wichtige Rolle, er ist Prophet und Gesandter Gottes, ihm wurde das Wort Gottes offenbart, aber er ist dennoch menschlich.

Das Gebet

Fünfmal täglich soll das Gebet in Richtung Mekka (hiefür gibt es extra Apps, die einem die richtige Richtung verraten) verrichtet werden. Es gibt allerdings Ausnahmen, bei denen das Mittag- und Nachmittaggebet sowie das Abend- und Nachtgebet zusammengelegt werden dürfen – auf Reisen beispielsweise.

Das Fasten

Ramadan, der Fastenmonat (9. Monat des islamischen Mondkalenders) ist wohl den meisten irgendwie bekannt und viele wissen inzwischen, was darunter zu verstehen ist. Der Ramadan ist für die Muslim*innen so wichtig, weil in diesem Monat der Koran als Rechtsleitung herabgesandt wurde. Um das zu würdigen, um die innere Besinnung und Einkehr zu finden und Gutes zu tun, wird während des Monats von Tagesbeginn bis Sonnenuntergang gefastet. Außerdem wird nicht getrunken, nicht geraucht und auch Sex ist untersagt. Abends schließlich wird das Fasten gebrochen (Iftar) und gemeinschaftlich ausgiebig gespeist und getrunken.

Kranke, stillende Frauen, Kinder und Reisende sind vom Fasten befreit, sollten es aber zu einem späteren Zeitpunkt wenn möglich nachholen.


Fastenbrechen im Islam. Foto von rawpixels.com

Die soziale Pflichtabgabe

Die Spende (Zakat) richtet sich an die Bedürftigen in der muslimischen Gesellschaft. Hier sollen alle circa 2,5 % ihres ruhenden Vermögens spenden. Ausgenommen sind hiervon Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben und solche, die hoch verschuldet sind. Die Abgabe soll auf der einen Seite das gesellschaftliche Gemeinschaftsgefühl stärken und auf der anderen Seite den armen Menschen helfen, ohne dass sich diese schuldig oder jemandem verpflichtet fühlen müssen. Die Abgabe wird außerdem als reinigendes Ritual gesehen.

Die Pilgerfahrt

Einmal im Leben sollte jede*r Muslim*in eine Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen und dort siebenmal die Kaaba umrunden – sofern körperlich und finaziell möglich. Es soll während der Pilgerung besonders einfache Kleidung getragen werden, um zu zeigen, dass vor Gott alle gleich sind. Ist die Reise beendet, wird sie mit einem großen Fest gefeiert, denn die Pilgerfahrt gilt als das größte Fest des Islam.

Mehr Artikel zu Religionen? Schreibt mir gerne, wenn ihr euch weitere Einführungen in große Religionen wünscht. Ansonsten kommt ihr hier zu meinem Artikel über eine Reise durch das hinduistische Indien.

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