Gedanken

Blogparade: Diese Frau(en) inspirieren mich in meinem Leben

Manchmal gibt es diese kleinen Denkanstöße, die mich tagelang begleiten und über die ich viel grübeln muss, weil ich sie nie vorher bedacht habe und deshalb umso spannender finde. Die Frage nach den Frauen in meinem Leben, die mich inspiriert haben, auf die ich auf dem Blog von vanyvisits gestoßen bin, war einer dieser Denkanstöße. Wer sind diese Frauen für mich gewesen? Wer hat mich begeistert, wen habe ich bewundert, wem nachgeeifert? Anfangs dachte ich an Frauen, die Großes bewegt haben. An Figuren in Büchern, Filmen, Feministinnen, Kämpferinnen. Je länger ich mich aber mit dem Thema beschäftigte, desto klarer wurde mir, dass es viel naheliegender ist: Meine Oma und meinen Mama sind die zwei Frauen, die mich am meisten geprägt haben und die aus mir eine starke und selbstbewusste Frau machen. Durch sie habe ich gelernt, dass die Weiblichkeit Sinnlichkeit und Stärke verbinden kann. Dass die Kraft um das zu kämpfen, was wir erreichen wollen, in jedem von uns ruht. Und dass es darum geht, das Leben nicht als Gegner, der einem Böses will, zu betrachten, sondern als herausfordernden Lehrer, der uns mit seinen Hindernissen und Prüfungen dazu bringen will, über uns hinauszuwachsen.

Meine Oma

Diese Frau hatte es nicht leicht in ihrem Leben, sie musste viele Prüfsteine überwinden- der schwerste war wohl der Verlust ihres einzigen Sohnes. Die Trauer über einen Menschen, der unwiederbringlich weg ist, bringt die eigene innere Stärke zum Vorschein und stellt diese auf die Probe. Was ich an meiner Oma beobachten kann, ist, dass sie eine zuversichtliche, optimistische, lebensbejahende Frau geblieben ist. Über all die Jahre hinweg. Es ist stets ihr vergnügtes Summen, Singen, Lachen im Haus zu hören, immer wieder erzählt sie mir, dass es darum geht, die Aufgaben anzunehemen und den Glauben an das Gute zu bewahren. Wenn ich in ihrer Nähe bin habe ich das Gefühl, dass ich alles schaffen kann, wenn ich mich an ihr orientiere und immer die Freude in meinem Leben bewahre.

Meine Mama

Nähe

Meine Mama steht mir noch näher als meine Oma. Meine Bewunderung ihr gegenüber ist über all die Jahre hinweg ungebrochen geblieben. Auch als ich älter wurde und anfing, die Dinge realistischer zu sehen. Auch als sie nicht länger das allwissende Elternteil war, ohne Fehler und voller Antworten und Liebe. Auch als ich anfing zu verstehen, dass sie zwar ihr Bestes gibt, aber beileibe auch nicht immer perfekt ist und ihr Irren menschlich ist. Dennoch ist sie mein Anker ebenso wie mein Kompass. Ich brauche ihren Rückhalt bei Entscheidungen, bei Lebensfragen, bei Traurigkeit. Meine Mama musste noch früher als Oma lernen, dass das Leben viele schmerzhafte Überraschung bereithält. Und doch: Allein erzog sie drei Kinder, inzwischen ist sie selbstständig und verdient mit ihrer Kunst und ihrem Traum den Lebensunterhalt für drei Menschen, ist ebenso fröhlich wie meine Oma und hat auf dem Weg ihre ganz eigene innere Inspiration gefunden. Anstatt sich dem Leben zu ergeben, dass ihr immer wieder ihre wichtigsten Menschen genommen hat, hat sie den Schmerz in etwas Gutes verwandelt. In Reinheit und in Energie. Ich bin mit extrem viel Liebe großgeworden, wenn es mir an etwas nicht gemangelt hat, dann ist das die Liebe meiner Mutter. Bis heute sind ihre Arme mein Zufluchtsort, wenn ich das Gefühl habe, die Welt würde über mir zusammenbrechen. Und ich bewundere sie so sehr dafür, dass sie sich nie angepasst hat, dass sie sich nie den Ansprüchen anderer gebeugt und ihre Träume für uns aufgegeben hat. Ich bewundere sie dafür, dass sie ihren eigenen Weg geht, dass sie gesellschaftliche Normen für veränderbar hält, dass sie glaubt und vertraut, dass sie so unglaublich klug ist, dass sie Frau es geschafft hat, zu beweisen, dass sie Kraft genug hat, allen Winden zu strotzen und alleine eine Familie durch das Leben zu segeln.

Inspiration

Was mir diese beiden Frauen beigebracht haben, ist, dass ich eine starke Kraft besitze, dass es immer einen Weg gibt, weiterzumachen, auch wenn ich das Gefühl habe, ich kann nicht ertragen, was geschieht. Und wenn ich mich umschaue, sehe ich Freundinnen, die dieses Wissen auch in sich tragen. Feministinnen und solche, die sich ihrer Weiblichkeit nicht bewusst sind, Freundinnen, die das Leben bisher so völlig verschont hat und solche, die viel Leid tragen mussten. Aber ich sehe, dass sie alle stolz erhobenen Kopfes durch das Leben gehen. Oder um es mit den Worten von Sarah Lesch auszudrücken:


„Eins und Zwei
Und wir tanzen mit all den Prothesen
Und wir lachen mit all den Falten
Und wir stolpern durchs Leben
Und wenn einer hinfällt
Dann können wir uns halten
Und wir störn‘ uns nicht an den Narben
Weil wir wissen, dass Leben heißt
Gegen Wände zu rennen, gepflegt auszurutschen
Und nicht, dass man alles schon weiß
Ganz egal, was du tragen musst
Ich kann das so lang für dich halten
Und was immer dir alles wegschwimmt
Mich darfst du behalten
Und all die Monster und Fratzen, die du in dir trägst
Können gerne ne Weile bei mir wohn‘
Ich hab die Betten bezogen
Und die meisten kenn‘ ich ja schon…“
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=VgAZ9w-ohp8

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